Bis heute weitgehend unbekannt ist der breiten Öffentlichkeit, dass es auch einige Sonderobjekte gab. Hier galt es, potentielle Gefahren, die durch eine Lähmung oder Vernichtung von Anlagen oder deren Kontrolle entstehen konnten, im Vorfeld zu begegnen.
Ein Beispiel hierfür ist die Edertalsperre. Nachdem diese im 2. Weltkrieg durch Bombardierung teilweise brach und durch die Überschwemmung viele Menschen umkamen, wurde hier ein spezieller Einbau durch die Bundeswehr vorgenommen. Dieser ermöglichte es, völlig autark das Wasser des Edersees kontrolliert auch dann abzulassen, wenn die dafür normalerweise zuständige Technik bspw. durch Sabotage nicht betriebsbereit gewesen wäre.
Das eingebaute System wurde durch eine Vielzahl von Blindventilen und Blindrohren so getarnt, dass es nicht als das zu erkennen war, was es bewirken sollte.
Die Anlage wurde leider schon ausgebaut und es existieren auch keine Bilder davon.
Anzumerken bleibt noch, dass nach heutigem Kenntnisstand neben der Edertalsperre auch die Möhnetalsperre und die Diemeltalsperre mit derartigen Einbauten versehen waren.
Edertalsperre


Diemeltalsperre


Möhnetalsperre

Eine weitere Sperrenart, die durchaus als Sonderobjekt bezeichnet werden kann, war das als Panzergraben bezeichnete Objekt GN-3 aus der Akte BArch, BH 2/189, Image 0276.
Das Sperrobjekt befand sich im heutigen Main-Kinzig-Kreis im Gefechtsstreifen des V.(US) Corps zwischen Lieblos beim Bahnhof im Norden und Hailer beim Bahnhof Hailer-Meerholz im Süden und verlief fast über die gesamte Strecke parallel zur Kreisstraße 904.
Das Sperrobjekt wies eine Grabentiefe von 4,00 m und eine Grabenbreite von 15,00 m auf. Der gesamte Graben hatte eine Länge von 2,000 km.
Die 4 Wirtschaftsübergänge sollten durch Sprengladungen zerstört werden. Die hierfür benötigten Sprengmittel, Panzer- und Schützenminen mit fast 2000 kg Gesamtgewicht sollten im amerikanischen PSP Wächtersbach gelagert werden.
Für die Vorbereitung der Sprengungen der Wirtschaftswege und das Auslegen der Panzer- und Schützenminen war ein Kräfteansatz von 4/36 Soldaten mit einem Zeitansatz von 6 Stunden vorgesehen.
Das Sperrobjekt war in den Operationsplänen und Sperrplänen des V.(US) Corps zumindest Anfang der 1970er Jahre enthalten. Wann es aufgelassen bzw. aus den Sperrplänen gestrichen wurde, kann derzeit nicht mit Sicherheit gesagt werden. Allerdings erscheint das Sperrobjekt nicht mehr in einer Sperrenübersicht für den Zeitraum 1990/1992.


(Aktualisierungsstand: 04.02.2026)